Lissabon bis Montevideo

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Di., 7. Nov, Tag 22 der Reise (Landgang

Spruch des Tages: Wir denken selten an das, was wir haben, meistens nur an das, was uns fehlt.

  • Liegepl.: Puerto de Montev. Pier 1 
  • Liegezeit: 08:00–20:00 Uhr
  • Alle an Bord: 19:30 Uhr

Zurück vom Ausflug und vom individuellem Stadtgang. Ja, Montevideo hat was. Der Hafen liegt dicht an der Altstadt und ist daher gut zu erlaufen. 

Mercado del Puerto, Markthalle

Von den heutigen 111 Fotos hier eine Miniauswahl. Die Markthalle hat Flair, dient aber ähnlich wie in Deutschland nur noch diversen Restaurationen als Dach. Obst, Gemüse, Blumen etc. waren nicht im Angebot.

Spaziergang durch die Fußgängerzone

Die Fußgängerzone führt bis ans Meer und ist gut frequentiert. Straßenmusiker unterhalten mit südamerikanischen Rhythmen.

Straßenmusiker

Ein Denkmal erinnert an die Ureinwohner des Landes. Die Charrúas waren ein friedliebendes Nomadenvolk, das keinen Privatbesitz kannte. Sie waren die Wahlfamilie des uruguayischen Nationalhelden José Gervasio Artigas und hatten einen entscheidenden Anteil am Erfolg der Kämpfe zur Erlangung der nationalen Unabhängigkeit.

Charrúas, indigene Bevölkerung

Montevideo im Überblick

Mit rund 1,4 Millionen Einwohnern ist die Hauptstadt Montevideo die mit Abstand größte Stadt Uruguays. Das nach Surinam zweitkleinste südamerikanische Land, das ungefähr halb so groß ist wie Deutschland, liegt an der Ostküste Südamerikas zwischen Brasilien und Argentinien. 

Wappen Montevideo

Montevideo nimmt den südlichsten Punkt des Landes ein. Die Stadt erstreckt sich auf 529 Quadratkilometern am nördlichen Ufer des Rio de la Plata gegenüber der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Sie wird oft als deren kleine Schwester bezeichnet, weil sie 1726 vom damaligen Gouverneur von Buenos Aires gegründet worden ist. 

Zentrum mit dem Palacio Salvo

Im eher landwirtschaftlich geprägten Uruguay, das 3,5 Millionen Einwohner zählt, ist Montevideo in jeglicher Hinsicht das uneingeschränkte Zentrum. Zahlungsmittel ist der Uruguayische Peso. 

Promenade in Montevideo

Ausflug Highlights von Montevideo 

  • kurze Busfahrt in die Altstadt von Montevideo; 
  • ca. 20 min Rundgang; 
  • weiter durch das Stadtviertel Prado 
  • zum Palacio Legislativo ca. 45 min Besichtigung; 
  • dann Carrasco mit dem gleichnamigen Hotel aus der Zeit um 1900; 
  • Rückfahrt

  1. Mercado del Puerto, Markthalle
  2. Plaza Zabala ist die dreischiffige Kirche
  3. Iglesia San Francisco Kirche
  4. Banco del Republica
  5. Palacio Taranco Palast
  6. Casa Rivera historisches Museum
  7. Plaza de la Constitución
  8. Kathedrale Metropolitana
  9. Cabildo, das alte Rathaus
  10. Puerta de la Ciudadela Stadttor
  11. Palacio Salvo Palast

    Nicht aufgeführt ist hier übrigens das Haus in Montevideo. „Das Haus in Montevideo“ aus dem gleichnamigen Film hat es nie gegeben und war eine reine Filmerfindung. 

    Vielleicht sollte man ein solches Haus ins Leben rufen! Viele meinen sich zu erinnern, dass in der Handlung dieses Haus ein „Freudenhaus“ war. Dies wurde von den handelnden Personen auch zunächst so angenommen. Stellte sich später aber als Irrtum heraus.

      Jok des Tages: Der Kapitän liegt auf dem Sterbebett und lässt den Pfarrer und seinen einzigen Sohn und Erben zu sich rufen. Dem Sohn übergibt er 50.000 Euro. „Versprich mir, dass du bei der Beerdigung das Geld in mein Grab legst“. Bei der Beerdigung wirft der Sohn einen Briefumschlag ins Grab. Der Pfarrer erinnert ihn: Hast Du ihm auch alles gegeben? Antwortet der: „Selbstverständlich! Ich habe ihm über die volle Summe einen Scheck ausgestellt!“

        Gestern Abend aus dem Theater gibt es die Lesung von Schriftsteller Andreas Pflüger nachzutragen:

        Andreas Pflüger ist erfolgreicher Schriftsteller und Drehbuchautor. Zu den Arbeiten des gebürtigen Thüringers zählen Hörspiele, Theaterstücke, Dokumentarfilme, Drehbücher zu Fernseh- und Kinofilmen sowie Thriller. Bis heute schrieb er 24 Tatorte, aktuell alle Folgen für den Tatort Weimar. Als Romane sind bisher von ihm erschienen: „Endgültig“, „Operation Rubikon“ und – ganz neu im Oktober 2017 „Niemals“.

        Andreas Pflüger

        „Endgültig“ war monatelang unter den Top 3 der Krimizeit-Bestenliste. Die Redaktion von iTunes wählte den Roman zum Thriller des Jahres 2016. Er wird in neun Sprachen übersetzt und in mehr als dreißig Ländern veröffentlicht. Aus diesem Erfolgsroman hat Andreas Pflüger gestern Abend im Theater vorgelesen.

        Sailaway-Foto, auf Wiedersehn Montevideo

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        Mo., 6. Nov, Tag 21 der Reise (Seetag)

        Spruch des Tages: Wer hier im Blog Schreibfehler findet, darf sie behalten! 

        Aus dem Theater gibt es diesmal den Vortrag von Klaus Kiesewetter nachzutragen. Montevideo und Buenos Aires war sein Thema.

        Reiter-Statue

        Uruguays Hauptstadt Montevideo vermittelt mit ihrer spanischen Architektur und ihrem historischem Stadtkern den prunkvollen Charme kolonialer Zeiten. 

        Stadtszene am Abend

        Buenos Aires, die Vorzeigestadt Argentiniens, besticht mit prachtvollen Bauten, Szenevierteln, imposanten Avenidas, eleganten Wohngegenden und Luxushotels. Mehr aus eigener Anschauung nach dem Besuch der beiden Städte.

        Jok des Tages: Die Fee sagt zu Hans und seiner Frau Ilse – beide so um die 60: „Weil ihr beide eine so gute Ehe führt, hat jeder einen Wunsch frei.“ Ilse: „Ich möchte mit Hans auf der AIDAcara so gerne um die Welt reisen“. In der selben Minute überreicht die Fee 2 Reisetickets. Nun war Hans an der Reihe. Es tut mir leid mein Schatz, aber mein Wunsch ist eine 30 Jahre jüngere Frau!“. Ein Wunsch ist ein Wunsch. Die Fee beschreibt mit ihrem Zauberstab einen Kreis und plötzlich ist Hans 90 Jahre alt! Männer mögen Bastarde sein, aber Feen sind und bleiben FRAUEN! 


        Thema Zeitumstellung

        Soeben Durchsage von der Brücke. Heute Nacht Zeitumstellung von 3 auf 2 Uhr. Der Zeitunterschied nun wieder 4 Stunden zu Deutschland. Nach meinen Berechnungen müsste uns diese Schiffszeit bis zur Robinson Crusoe Insel begleiten. Danach geht es dann mit der Zeit rapide rückwärts. Das kann aber nicht unendlich so weitergehen mit der Zurückstellerei! Da muss irgendwann ein Ausgleich her…

        Magellan’s Führungsschiff

        Ja, ja bis nach den 10.12., dann überqueren wir die Datumsgrenze und für uns AIDAcara Reisende entschwindet der 11.12. im Zeitorkus, er entfällt schlicht. Das muss man sich einmal vorstellen! Da erwirbt man eine so kostbare Reise und ein Tag im Leben wird einem einfach genommen. Nicht zu fassen. Dieses Phänomen ist aber auch schon anderen passiert, die nicht so komfortabel gereist sind, wie wir heutzutage. Ich habe bereits über sie berichtet:

        Die Seefahrer unter Ferdinand Magellan, denen 1519 bis 1522 die erste Weltumseglung gelang. Da sie das Phänomen noch nicht kannten, war die Verwirrung groß, als die wenigen Überlebenden des Unternehmens wieder in Spanien ankamen und trotz sorgfältiger Zählung anhand der Logbucheintragungen ein um einen Tag abweichendes Datum nannten als die Daheimgebliebenen. 

        In der Folge wurde eine Datumsgrenze geschaffen. Der russische Diplomat Karl von Struve definierte den 180. Längengrad als Datumsgrenze. Sie liegt im Pazifik und zerteilt im Wesentlichen keine zusammenhängende Landmasse.

        Datumsgrenze Nähe 180. Längengrad

        10.12. bis 12.12. macht also keine 3 sondern nur 2 Tage? Wir überschreiten die Datumsgrenze. Wie funktioniert das? Ganz einfach: Die Sonne wandert im Lauf des Tages immer von Osten nach Westen.

        Wir tun das mit der AIDAcara auch. Daher geht die Sonne für uns jeden Tag immer etwas später auf und später unter. Daher müssen wir mit der Uhrzeit nachrücken. Es gibt also immer wieder Tage, an denen wir die Uhr um 1 Stunde zurückstellen müssen, damit der Sonnenauf- und Untergang mit der Zeit übereinstimmt.

        Daher haben wir immer wieder Tage mit 25 Stunden. Es läppert sich, ist aber angenehm, da man 1 Stunde länger schlafen kann! Jetzt haben wir bald 12 Stunden, welche wir den Mitteleuropäern nachhinken. Wenn das so weiterginge, kämen wir glatt einen Tag zu früh an.

        Aus diesem Grund muss dieser Tag irgendwie verschwinden, und das tut er bei uns in der Nacht vom 10. auf den 11. Dezember, indem wir gleich mit dem 12. Dezember weitermachen und nun plötzlich den gleichen Mitteleuropäern um 12 Stunden im voraus sind. Den 11.12. haben wir also abserviert.

        Aber das Spiel ist noch nicht zu Ende! Es wird die Uhr weiterhin um 1 Stunde zurückgestellt, bis wir am 31.01.2015 in Malta wieder mit den Mitteleuropäern und ihrer Uhrzeit übereinstimmen. Wer das alles nicht verstanden hat, kann sich nach dem 10.02.2018 gerne bei mir melden! ich habe auch eine Weile dafür gebraucht. 

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        So., 5. Nov, Tag 20 der Reise (Seetag) 

        Spruch des Tages: Echte Freunde erkennt man übrigens daran, dass sie dich auch in deiner Abwesenheit verteidigen. 

        Aktuelle Etappe 1.055 sm (1.954 km) bis Montevideo Wettervorhersage heiter bis bewölkt, 23 °C

        Aus dem Theater gibt es diesmal nichts nachzutragen. Lediglich gestern Abend von Deck 10, z.B. eine Samba Show von Tänzern und Tänzerinnen aus Rio. 

        Samba-Vorführung

        Hier noch ein stimmungsvolles Foto vom nächtlichen Sailaway aus Rio d. J. mit ihren bekanntesten Sehenswürdigkeiten, repräsentiert durch kleine Lichtpunkte. Könnt Ihr sie sehn? 

        Zuckerhut und Christus-Statue

        Ein Teil der Magellan-Route wird auch von uns mit der AIDAcara befahren. Nicht alles ging damals auf der historischen Fahrt glatt. Lest selbst.

        Am 30. März 1520 erreichte die Magellan-Flotte eine Bucht, die Puerto San Julián genannt wurde. Da mittlerweile der Südwinter herannahte, beschloss Magellan die Überwinterung. 

        Magellans Schiff Victoria, Detail aus einer Weltkarte des Abraham Ortelius

        Wegen der zu Ende gehenden Vorräte ließ er die Essensrationen kürzen. Schon am 1. April kam es durch die schlechte Versorgungslage zur Meuterei. Wegen Hunger, Krankheiten und Erschöpfung verlangten einige Besatzungsmitglieder die Rückkehr nach Spanien. 

        Angeführt wurde eine Meuterei von Gaspar de Quesada.Während des Gefechtes gelang es Magellan, die Victoria zu entern. Nun standen drei gegen zwei Schiffe, und Magellan konnte den Aufstand niederschlagen. 

        Ferdinand Magellan. Anonymes Porträt aus dem 16. oder 17. Jahrhundert, Marinemuseum, Newport News

        Die Kapitäne der Victoria und der Concepción, Luis de Mendoza und Gaspar de Quesada, wurden hingerichtet, der Kapitän der San Antonio, Juan de Cartagena, und der Priester Sanchez de Reina, die die Meuterei anführten, wurden an der Küste ausgesetzt, als sich das Geschwader wieder auf den Weg machte. 

        Die Geschichte Magellan’s geht zwar für seine Ziele, nicht aber für ihn selber gut aus…

        Die Weltumsegelung

        Jok des Tages: Kapitän zum 1. Offizier: „Was wirst du Deiner Frau zur Silberhochzeit schenken?“ Prompte Antwort: „Eine Reise zum Nordpol.“ Kapitän: „Das ist ja fantastisch. Aber, wie um Gotteswillen, willst Du das zur goldenen Hochzeit noch toppen?“ „Na, dann hole ich sie da wieder ab, Herr Kapitän!“


        In Rio d.J. haben neue Edutainer auf der AIDAcara angeheuert und sind bereits heute mit ihren Programmen im Einsatz.

        Edutainerin Anja Siebert z.B. mit dem Thema „Welche Strategie für ein gesundes und langes Leben passt zu mir?“

        NEU: Dozentin für Spanisch: Liliana Inés Meurer de Rybol. In Argentinien geboren und aufgewachsen, unterrichtet Liliana Rybol als Gymnasiallehrerin, Dozentin an Sprachinstituten u.v.a.m.  An ihrem Spanisch-Schnupperkurs kann man heute bereits teilnehmen.

        NEU: Und ebenfalls im Programm, Vortrag von Dr. Joachim Rybol: „Die Menschen am Rio de la Plata“. Dr. Joachim Rybol ist promovierter Politologe und diplomierter Wirtschaftswissenschaftler und hat seit 2002 mit seiner Frau Liliana Rybol einen Zweitwohnsitz in Argentinien.



        —-!—- Rio de Janeiro —-!—-

        Sa., 4. Nov, Tag 19 der Reise (Landg.) 

        Spruch des Tages: Schicksal ist, wenn sich zwei Menschen finden, die sich nie gesucht haben. 

        • Liegeplatz: Rio de Janeiro, Pier Mauá
        • Liegezeit: 08:00–20:00 Uhr 
        • Alle an Bord: 19:30 Uhr

        Hafeninfo Rio de Janeiro: Etwa sechs Millionen Menschen leben in Rio de Janeiro. Das macht die Metropole an der Südostküste Brasiliens nach São Paulo mit genau doppelt so vielen Einwohnern zur zweitgrößten Stadt des Landes. Dagegen fällt die eigentliche Hauptstadt Brasilia mit 2,5 Millionen Einwohnern fast schon bescheiden aus. 

        Christus-Statue

        Rio de Janeiro erstreckt sich auf einer Fläche von 1.182 Quadratkilometern, liegt an der Guanabara-Bucht und trägt eigentlich einen falschen Namen. Denn als ihr Entdecker Gaspar de Lemos am 1. Januar 1502 in die Bucht segelte, glaubte er irrtümlich, an der Mündung eines Flusses gelandet zu sein und nannte den Ort „Fluss des Januars“. 

        Aida kurz vor dem Ziel

        Bis 1960 war Rio nicht nur Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates, sondern des gesamten Landes. Zwar verlor die Stadt diese Funktion an Brasilia, dennoch blieb sie eines der wichtigsten Handels- und Finanzzentren Brasiliens. Der Karneval und die Copacabana, die Samba und der Fußball haben sie weltberühmt gemacht.

        Wahrzeichen einer Stadt

        Soeben die „Niterói-Brücke / Ponte Presidente Costa e Silva“ bewundert und wenig später am Pier Mauá angelegt. Die im Jahr 1974 eröffnete Spannbeton-Brücke „Ponte Presidente Costa e Silva“ verbindet Rio de Janeiro mit der östlichen Nachbarstadt Niterói. Die mehr als 13 km lange Brücke (davon 8.836 Meter über Wasser) überspannt die Guanabara-Bucht in bis zu 72 Metern Höhe, damit unter ihr der Schiffsverkehr problemlos abgewickelt werden kann.


        Durch die Brücke wird der Weg zwischen den beiden Städten um mehr als 100 Kilometer verkürzt. Die Brücke wird täglich von ca. 150.000 Fahrzeugen mit geschätzten 400.000 Personen passiert. Die Rio-Niterói-Brücke ist eine der längsten Spannbeton-Brücken der Welt. Als sie gebaut wurde, war es sogar die zweitlängste Brücke überhaupt.

        Stationen des heutigen Ausfluges: 

        • Panoramafahrt durch Rio 
        • verschiedene Stadtviertel und entlang der Strände Ipanema
        • Copacabana und Leme 
        • Fotostopp am Strand
        • Rückfahrt zum Hafen 

          Jok des Tages: Warum werden hauptsächlich Nichtschwimmer bei der Marine genommen? Weil sie im Ernstfall das Schiff besser verteidigen

          Das erste Bild heute früh, fast noch im Dunkeln, vom Zuckerhut. Der „Pao de Acucar“ ist ein 396 Meter hoher Glockenberg auf der Halbinsel Urca am westlichen Eingang zur Guanabara-Bucht. 


          Und hier nun ein Selbstbildnis, welches versehentlich beim heutigen Ausflug entstand. So sehe ich immer dann aus, wenn ich überlege, ob sich ein Motiv zum Aufnehmen lohnt oder nicht. Ich verwende es aber zu Hause auch, um morgens beim Frühstück die Eier abzuschrecken, in dem ich nach dem Kochen der Selbigen einfach in den Topf schaue. Wirkt sofort! 

          Gesicht zum Eierabschrecken…

          Zurück zum Ausflug. Der Übergang der berühmten  Strände Ipanima und Copacabana sind nicht weit von einander entfernt. Interessant: Die einheimischen Strandbesucher suchen immer wieder die gewohnten Strandabschnitte auf. Nach Jahren der Abwesenheit und erneuter Rückkehr, treffen sie an ihrem vertrauten Abschnitt die meisten Strandnachbarn immer noch wieder.

          Copacabana Strandszene mit Sandburg

          Hatte ich so auch noch nicht beobachtet! Auf dem nächsten Foto sieht man zwei dunkle Streifen, die sich durch den Sandstrand bis zum Wasser ziehen. Dabei handelt es sich um dünne Bewässerungsschläuche, wie man sie auch in der Landwirtschaft verwendet. Diese sorgen dafür, dass der bewässerte Sand nicht so heiß ist und man ihn gefahrlos durchschreiten kann. 


          Als Mitglied einer Samba Batteria, muss ich natürlich über das Folgende berichten. Das Sambódromo in Rio de Janeiro ist die 1983 erbaute Tribünenstraße im Stadtzentrum, in dem der Umzug und Wettbewerb der Sambaschulen im Karneval stattfindet. Die Arena ist etwa 700 Meter lang und bietet 88.500 Zuschauern Platz. 

          Sambódromo

          Bei den offiziellen Karnevalsparaden  treten im Sambódromo Sambaschulen von 20 Uhr bis in die frühen Morgenstunden im Wettbewerb gegeneinander an. Die Sambaschulen präsentieren sich dort für je 90 Minuten. In den Paraden treten bis zu 6000 Tänzer und Sambatrommler auf, die von einer Jury prämiert werden.

          Hauswandbemalung am Hafen vom Feinsten

          Seilbahn auf den Zuckerhut 

          Berühmte Passagiere der Seilbahn auf den Zuckerhut waren u.a. Albert Einstein, John F. Kennedy, Gina Lollobrigida, Johannes Paul 11., Lech Walesa und Brooke Shields. Im März 1977 stieg der amerikanische  Seiltänzer Steven McPeak mit einer Balancierstange auf einem der Seile vom „Zorro da Alca“ zum Zuckerhut.

          Seilbahn zum Zuckerhut

          An der Seilbahn kommt es im James-Bond-Film Moonraker – Streng geheim von 1979 mit Roger Moore zu einer spektakulären Verfolgungsjagd, bei der James Bond seinem Widersacher „Beißer“ nur knapp entkommt. 

          Die Rolle hätte ich auch spielen können! 

          Rocinha: Die größte Favela der Welt ist ein Stadtviertel Rio de Janeiros im südlichen Teil der Stadt zwischen den Vierteln Säo Conrado und Gävea. Das Viertel entwickelte sich aus einer Favela, umfasst aber mittlerweile meist Wohnhäuser mit legalisierten Besitzverhältnissen.

          Favela in Rio de Janeiro



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          Fr., 3. Nov, Tag 18 der Reise (Seetag) 

          Spruch des Tages: Wer einen Regenbogen haben will, muss den Regen akzeptieren.

          Ansage von der Brücke: nunmehr wegen  Sommerzeit in Rio, die Uhrzeit um eine Stunde vorausstellen, also von 2 auf 3 Uhr.

          Wie immer ein Nachtrag vom Vorabend aus dem Theater. Der Schauspieler Frank Buchwald las die besten Texte von Heinz Erhardt. Schmunzeln war unvermeidbar. Heinz Erhardt starb vor knapp 40 Jahren, doch sein Humor bleibt unvergessen. Heinz Erhardt brachte so manchen kecken Spruch zu Papier und auf die Bühne. 

          Frank Buchwald liest Heinz Erhardt

          Heute ist die letzte Stunde der Samba Batteria. Rythmus-Recordings der Gruppe sollen noch abgehört werden. Auch verabschieden wir uns von unserem Conductor Frank, der in Rio von Bord geht und seine Rückreise antritt. Herzlichen Dank Frank, Du hast einen guten Job mit Herz gemacht! 

          Gute Heimfahrt! 

          Jok des Tages: Keuchend hängen zwei schiffbrüchige Bankiers an einer treibenden Holzplanke. Der eine ächzt: „Können sie sich noch lange über Wasser halten?“ Darauf der andere gurgelnd: „ Wie kann man in einer solchen Situation noch übers Geld reden…?“

          Heute spricht Klaus Kiesewetter in seiner unnachahmlichen Art im Theater über die Tierwelt Brasiliens. Diese bietet eine sehr große Artenvielfalt. Viele Tiere sind hier weltweit einmalig zu finden. 

          Allein in Amazonien wurden bisher 427 Säugetierarten gezählt. 3.000 Fischarten schwimmen in den Gewässern des Regenwaldes – zum Beispiel der gefürchtete Piranha. Zu den über 1.300 Vogelarten gehören so bekannte wie Tukane, Aras und Kolibris. 

          Klaus Kiesewetter bedankt sich bei seinem Publikum fürs Zuhören.

          Unterschied Tender-/Rettungsboot? An Bord der AIDAcara befinden sich sowohl Tender- als auch Rettungsboote. Wenn die AIDAcara auf Reede liegt – also in einem Hafen nicht anlegen kann, sondern ankern muss – können wir mit Tenderbooten an Land übersetzen. 

          Doch diese Boote stehen nicht nur für die Ausflüge zur Verfügung, sondern können auch als Rettungsboot genutzt werden, denn sie entsprechen den gleichen hohen Sicherheitsstandards. Der Unterschied zu den reinen Rettungsbooten besteht nur im Komfort für die Passagiere.



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          Do., 2. Nov, Tag 17 der Reise (Seetag) 

          Spruch des Tages: Es ist ganz normal Fehler zu machen. Das Leben kommt schließlich nicht mit Bedienungsanleitung.

          Wir befinden uns auf der Etappe mit 1.083 sm (2.006 km) bis Rio de Janeiro. 

          Nachzutragen von gestern Abend ist der Auftritt der Samba Batteria auf dem Freideck mit anschließender Apré Party in der AnyTime Bar. Mit Fug und Recht kann man den Erfolg der Truppe als gelungen bezeichnen. 

          Didi’s Klatschsolo auf der Apré Party 

          Das Publikum war jedenfalls begeistert und unser Conductor Frank hochzufrieden. Bild und Ton wurden für den großen AIDAcara Film von Profis mitgeschnitten. Diesen gibt es am Ende der Reise und wird von mir zu Hause vorgeführt. 

          Samba Batteria mit Frank kniend in der Mitte.

          Anderes Thema. Dank modernster Technik mit Radar und GPS wissen wir immer genau, wo wir uns befinden und in welche Richtung wir fahren müssen. Gesteuert wird all das von der Brücke, die ständig mit Nautischen Offizieren und einem Matrosen besetzt ist. Sie kontrollieren die Hightech-Geräte und können jederzeit manuell eingreifen. 

          Brücke der AIDAcara

          Die Brücke ist die Kommandozentrale von AIDAcara und sie erinnert eher an ein überdimensionales Cockpit als an einen Raum, von dem aus ein Schiff gesteuert wird. Aber genauso, wie heute nur Fachleute die Funktionsweise der Geräte verstehen, taten sich in früheren Zeiten die Menschen mit Errungenschaften schwer, die mittlerweile selbstverständlich sind.

          Wie zum Beispiel dem Kompass. Die unerklärliche Kraft einer Nadel, den Norden zu orten, erschien vielen als schwarze Magie, und die Kapitäne konsultierten den Kompass in diesen Zeiten nur heimlich. Was würden die gleichen Kapitäne heute zu den Radomen sagen? 

          Radome auf der AIDAcara

          Diese Kugeln auf der AIDAcara werden je nach Funktion auch Radar- oder Satellitenkuppeln bzw. Radome genannt – sie sind Teil der Antennenanlage und auch für das Internet zuständig. Die Kugelform der Radome halten Wind und Witterungseinflüsse von den Antennen und empfindlichen Messgeräten ab. Außerdem bietet die Kugelform in alle denkbaren Richtungen einen bestmöglichen Empfang, auch von und zu den Satelliten.

          Jok des Tages: „Na süsser. Wie wär’s denn mit uns beiden?“ spricht die junge Dame den über 70 jährigen Kapitän a.D. auf der Reeperbahn an. Spontan zückt der alte Herr die Brieftasche: „Hier mein Engel, haben sie 50 Euro – für das Vertrauen, das sie noch in mich setzen.“




          —-!—-    Recife    —-!—-

          Mi., 1. Nov, Tag 16 der Reise (Landg.)

          Spruch des Tages: Man kann von jedem Menschen lernen. Von den Einen wie’s läuft und von den Anderen wie nicht. 

          Liegeplatz: Porto do Recife
          Liegezeit:   08:00–18:00 Uhr
          Alle an Bord: 17:30 Uhr

          Soeben von dem unten aufgeführten Ausflug zurückgekehrt. Temperaturen zwischen 30 und 35°.  Olinda ist eindeutig der gemütlichere Stadtteil. Recife hat viele, riesige und neuerbaute Hochhäuser. 

          Um diese herum können aber durchaus Slumhütten, wie im o.a. Foto stehen. Vergrößern Sie das Bild einmal und schauen Sie sich an, welche Hütten vor dem mittleren Hochhaus stehen.

          In der ganzen Stadt, in allen Straßen findet man Leitungen an Stahlmasten aufgehängt. Ich kenne dies aus den USA, nur sind es dort Holzmasten. Nach Sturm oder Brand ist Stromausfall flächendeckend vorprogrammiert.

          Der folgende Leitungsverhau ist die absolute Krönung, Leider aber nicht die Ausnahme. Egal welche Fotos ich mir von diesem Ausflug anschaue, Leitungen ziehen sich durch alle Bilder, wie der berühmte rote Faden. 


          Da unterscheiden sich die Bilder aus Olinda doch erheblich. Der alte Stadtkern strahlt Urbanität aus. Er ist auch architektonisch interessanter und abwechslungsreicher.

          Blick über Olinda

          Und wie vermutet, gestern Abend die Durchsage von der Brücke. Bordzeit um 3 Uhr zurückstellen auf 2 Uhr! Recife/Brasilien bringt eine Zeitverschiebung von 4 Stunden im Verhältnis z.B. zu Hamburg.


          Geplanter Ausflug Recife & Olinda

          Erkundung der alten und neuen Hauptstadt Pernambucos! Die Stationen des Ausflugs:  

          • kurze Busfahrt zum Platz der Republik, Fotostopp  
          • zum Casa da Cultura, ca. 40 min Aufenthalt mit Einkaufsmöglichkeit 
          • weiter nach Olinda, hier Umstieg in Minibusse und Fahrt hinauf ins Zentrum der alten Hauptstadt
          • ca. 1 h Aufenthalt mit Besuch der Kathedrale und des Klosters
          • weiter per Bus zum Strand Boa Viagem, ca. 15 min Fotostopp und Rückfahrt

          Recife im Überblick

          50 Kanäle, 39 Brücken und drei Inseln: Das ist Recife, Hauptstadt des Bundesstaates Pernambuco im Nordosten Brasiliens. Die zweitgrößte Stadt des Nordostens mit ihren 1,5 Millionen Einwohnern liegt an der Mündung der Flüsse Rio Capibaribe und Rio Beberibe, die das Stadtbild wesentlich prägen. 

          Drohnenaufnahme 1

          Bis ins 17. Jahrhundert hinein war Recife lediglich Hafen der attraktiven Nachbarstadt Olinda. Inzwischen hat sich die Metropole zum Kultur-, Unterhaltungs- und Dienstleistungszentrum für den Nordosten entwickelt. 

          Ihren Namen trägt sie in Anlehnung an die vorgelagerten Korallen- und Muschelbänke, die vor der Küste ein großes Riff bilden.

          Drohnenaufnahme 2

          Währung: 1 Real (R$) = 100 Centavo = 0, 27 Euro, 1 Euro = 3, 82 Reals Stand 31.10.2017

          Jok des Tages: „Wer ist denn das?“ will die Passagierin vom Kapitän wissen und zeigt auf einen zerlumpten bärtigen Mann, der am Strand der winzigen Tropeninsel wie verrückt herumhüpft und mit den Armen rudert. „Weiss ich auch nicht. Aber der freut sich immer so, wenn wir hier vorbeikommen.




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          Di., 31. Okt, Tag 15 der Reise (Seetag)

          Spruch des Tages: Haifisch’s 3 Lieblingsworte: „Mann über Bord!

          Bordzeit um 3 Uhr zurück auf 2 Uhr! Der alte Abstand von 3 Stunden z.B. zu Hamburg, ist nach dem Sommerzeitende in Deutschland wieder hergestellt. Nach meinen Berechnungen müsste es für Recife noch eine weitere Änderung um eine Stunde geben.

          Um den Überblick über die wechselnden Zeitzonen und Zeiten in den verschiedenen Ländern nicht zu verlieren, lasse ich mir auf meinem Smartphone, einem Samsung Galaxy Note 8, div. Zeiten digital anzeigen. Zeit in Berlin, Schiffszeit an Board und die nächste Zeitzone. Die wichtige Schiffszeit ein zweites Mal analog direkt in der Mitte, welche im Hier und Jetzt für alle Termine an Bord gültig ist. Diese stelle ich mir auch auf meiner Armbanduhr ein. 

          Nachzutragen ist die Halloween-Party von gestern Abend auf Deck 10, dem Freideck.  Mit viel Musik, Tanz und Verkleidung. Auch die Dekoration des Schiffes konnte sich sehen lassen.

          Nicht ganz so lustig ist die ökonomische Situation in Südamerika. Nach Brasilien’s Daten, hier nun die kommenden, von uns besuchten, südamerikanischen Länder Uruguay, Argentinien und Chile im Vergleich ihrer wichtigsten Länderindikatoren. Hier alphabetisch sortiert. Zum Vergrößern einfach auseinanderziehen.

           

          Zur Erinnerung: BIP= Bruttoinlandsprodukt, HDI= Human Development Index, ist ein Wohlstandsindikator der UN für Staaten, und berücksichtigt Bruttonationaleinkommen pro Kopf, Lebenserwartung, Dauer der Ausbildung u.v.a.m., je näher an 1, umso besser.

          Hinweis aus „Aida Heute“. Andere Länder, andere Sitten, aber auch Vorschriften. Da AIDAcara ab dem 1. November 2017 in brasilianischen Gewässern unterwegs ist, gelten ab diesem Tage besondere Gesetze und Vorschriften, zu deren Einhaltung das Schiff verpflichtet ist. Aus diesem Grunde müssen wir bis zum 5. November 2017 auf die beliebten Besteckständer in den Restaurants verzichten. 

          Besteckständer

          Die Bestecke gibt es bis dahin in kleinen Papiertaschen direkt am Tisch. Im Spa Bereich darf in dem genannten Zeitraum kein frisches Obst angeboten werden. Auch ist es nicht gestattet, Lebensmittel von Bord mit an Land zu nehmen. 

          Jok des Tages: Der neue Kapitänleutnant hält vor seinen Matrosen die Antrittsrede: Kameraden, dies ist nicht irgendein Schiff, dies ist auch nicht mein Schiff, dies ist unser Schiff! Bescheidene Stimme aus dem Hintergrund: Verkaufen wir’s!

          Ganz anderes Thema. Heute einige Infos zu meiner Arbeitsweise beim Erstellen dieses Blogs. Alles was mit dem Blog zu tun hat, wird direkt mit und im Samsung Note 8 erzeugt (Texte diktieren oder swipen, Fotos ganz oder in Ausschnitten u.v.m.) und sofort in WordPress zusammengestellt und im Internet unter „allerheiligen.blog“ veröffentlicht. 

          Ausschnitt von WordPress Menüpunkten

          Fotos werden von mir grundsätzlich ohne Blitzlicht gemacht. Dies gilt auch für Innenaufnahmen, z.B. in Kirchen, Museen und Markthallen. Dort ist dies oft sogar Pflicht. Das Note 8 kann gute Bilder ohne Rauschen auch bei Dämmerlicht abbilden. Nach meinen bisherigen Erfahrungen hat das Note eine der besten Cameras in der Smartphone-Kategorie und schlägt mittlerweile eine Reihe von konventionellen „Knipsen“.

          Hier z.B. in einer relativ dunklen Kirche

          Wie bereits erwähnt, kann ich im Blog selbst die Bilder nur mit wenig Pixeln bringen. Dies reicht für Smartphones völlig aus, nicht ganz so für Tablets und Laptops. 

          Selbstverständlich verfüge ich im Original die gleichen Fotos hochauflösend. Der Grund liegt im WLAN des Schiffes, welches ja von vielen Gästen genutzt und über Satellit gebündelt wird. Die Bandbreite ist daher für den Einzelnen nicht überwältigend. 

          ACHTUNG, der volle Ausschlag bei Level täuscht! 

          Ich versuche also die Übertragungsmengen und Zeiten klein zu halten, natürlich auch wegen der Kosten. Das schließt nicht aus, dass ich später zu Hause die Bilder im Blog gegen ihre hochauflösenden Pendants austausche. Da ich das Layout immer nur auf dem Note selber sehe (mein Tablet und Laptop halten zu Hause Winterschlaf), muss man wohl sagen, ist der Blog z.Zt. auch auf Smartphones am besten anzuschauen.


          Um das zu testen, habe ich den großen Bildschirm von einem der Internetterminals des Schiffes abfotografiert. Die Bilderwiedergabe des Blogs auf großen Screens ist besser als ich dachte.

          Ich werde des Öfteren gefragt, ob das Schreiben auf einer so kleinen Software-Tastatur nicht viel zu langsam und mühselig sei. Frei nach Radio Erivan: im Prinzip ja, nur mit Swipen geht Texten schneller, als z.B. auf meinem Laptop mit echter Tastatur.

          Software-Tastatur Swype

          Schreiben von Umlauten, ß’s, doppelten Mitlauten etc. sind nicht erforderlich, da im Hintergrund ein Wörterbuch mitläuft und beim Wischen über die Buchstaben diese automatisch richtig einsetzt. Mittlerweile gibt es Meisterschaften im Swipen. Der spröde 160-Zeichen lange, englische Text

          The razor-toothed piranhas of the genera Serrasalmus and Pygocentrus are the most ferocious freshwater fish in the world. In reality they seldom attack a human.“

          wird inzwischen in Sekunden geswiped. Zu deutsch „Die messerscharfen Piranhas der Gattungen Serrasalmus und Pygocentrus sind die wildesten Süßwasserfische der Welt. In Wirklichkeit greifen sie selten einen Menschen an.“

          Das Note verfügt übrigens über einen im Gerät eingeschobenen Bedien-, Schreib- und Malstift, welcher auch auf Fotos zum Einsatz kommen kann, wie man nachfolgend sieht.

          … wir nähern uns Recife …

          Heute Vortrag unseres Premiumlektors Klaus Kiesewetter mit dem spannenden Thema „Der Amazonas: eine Schatzkammer der Natur“. Voll besuchtes Theater und Begeisterung auf den Rängen.

           Klaus Kiesewetter’s Vortrag zum Amazonas

          Kein Fluss der Erde führt mehr Wasser als der Amazonas. Seine weit gefächerten Adern durchfließen ein riesiges Einzugsgebiet, dessen tropischer Regenwald die weltweit größte Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren aufweist. 

          Große Artenvielfalt am Amazonas

          Mit 6.800 Kilometern Länge ist der Amazonas auch der längste Strom – mit über 10.000 Nebenflüssen, von denen 17 länger sind als der Rhein. Schon Alexander von Humboldt erforschte einen Teil des Amazonas und berichtete: „Die Tropenwelt ist mein Element und ich bin noch nie so ununterbrochen gesund gewesen wie in den letzten zwei Jahren.“ 


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          Mo., 30. Okt, Tag 14 der Reise (Seetag)

          Spruch des Tages: Geht die Sonne auf im Westen, solltest du den Kompass testen.

          Heute Nachmittag ab 16.30 Uhr haben wir, die Samba Batteria, neue Samba-Sequenzen für unseren Bühnenauftritt am Mittwoch, abends ab ca. 22 Uhr einstudiert. Mittlerweile haben sich inkl. Conductor Frank 15 Samba-Freunde fest in das Team hineingegrooved.

          Instrumente der Samba Batteria

          Ja, heute geht es auch, wie der Spruch des Tages andeutet, um Seefahrer-Begriffe und Geräte. Ich habe soeben mit dem Smartphone via dem sogen. „Aida Bordportal“ die nautischen Daten abgefragt. Die derzeitige Geschwindigkeit beträgt 19.1 kn (Knoten), Fahrtrichtung 206.7 Grad Südsüdwest, Wind 54.1 km/h, Luft 27 und Wasser 29 Grad. Dieses Bordportal gibt aber noch weitere Infos, z.B. die Position des Schiffes, siehe folgendes Bild:

          ca. die Hälfte nach Recife geschafft

          Weiter werden die Schiffszeit der Zeit in Deutschland gegenübergestellt, der Saldo auf dem Bordkonto mit allen Einzelpositionen, aktuelle Nachrichten aus aller Welt, Anzeige aller Ausflüge mit der Möglichkeit des Buchens, die Bordzeitung „Aida heute“ u.v.a.m. angeboten, siehe folgendes Bild:

          Ausschnitt aus dem Bordportal

          In der Bordzeitung wird heute u.a. das Thema „Äquatorsprung mit Halloween-Party“ besprochen: Heute ist nämlich der große Tag der Äquatorüberquerung! Gegen 21:30 Uhr wird auf die südliche Erdhalbkugel gesprungen und anschließend gemeinsam auf dem Pooldeck in Halloween hineingefeiert.


          Jok des Tages: Bei schwerer See hat der Kapitän zwölf Fahrgäste zum Dinner eingeladen. Vor dem Speisen hält er eine kleine Ansprache: ,,Meine Damen und Herren, ich hoffe, dass Sie alle zwölf eine gute Fahrt haben werden und dass wir zehn, wollte sagen: wir sechs uns bei diesem Dinner etwas näher kommen können… Und da wir zu viert sind, könnten wir nachher eine Partie Bridge spielen… oder Domino zu zweit… Steward, Sie können abräumen, ich esse nicht gern allein!!

          Zurück zu den Seefahrt-Begriffen und Geräten. Thema ist die Geschwindigkeit der AIDAcara.

          WEB-Camera der AIDAcara

          Anders als an Land wird die Geschwindigkeit auf See in Knoten gemessen. Dabei entspricht ein Knoten einer Seemeile pro Stunde. Diese wiederum entspricht einer Strecke von 1.852 Metern, also 1,852 Kilometern. Wie wurden Knoten früher ermittelt? 

          Aufgerollte Schnur, Logrolle genannt

          Diese aufgerollte Schnur, auch Logrolle, die üblicherweise alle 7 Meter mit einem Knoten und am Ende mit einem Bleischeit versehen war, wurde vom Schiff aus ins Wasser gehängt. Mittels einer Sanduhr wurde dann gemessen, wie viele Knoten sich während der Fahrtdauer von 14 Sekunden abgespult hatten. Das ergab die gefahrene Geschwindigkeit in Knoten. 

          Logbuch für alle wichtigen Ereignisse

          Das Log war es übrigens auch, das dem Logbuch zu seinem Namen verhalf. Noch heute ist es Pflicht, alle wichtigen Ereignisse an Bord eines Schiffes darin zu dokumentieren.



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          So., 29. Okt, Tag 13 der Reise (Seetag)

          Spruch des Tages: Habe mich für Briefwahl entschieden. In meinem Alter bekommt man allmählich ein gestörtes Verhältnis zur Urne (unbekannter Briefwähler).

          Nächste Etappe 1.533,5 sm (2.840 km) bis Recife/Brasilien, Wettervorhersage sonnig bis leicht bewölkt, 29 °C. 

          AIDAcara auf dem Weg von den Kapverden nach Recife/Brasilien

          Übrigens, hier an Bord nicht vergessen, in Deutschland wurde in der Nacht von Samstag auf Sonntag, den 29.10. die Uhrzeit von 3:00 auf 2:00 Uhr auf die Winter-/Normalzeit zurückgestellt. Für Kontaktaufnahmen mit der Heimat, kann dies in Verbindung mit unseren eigenen Zeitzonen-Verschiebungen wichtig sein.

          Uhren umstellen? Was für ein Schwachsinn! Mir hat sie dort gefallen, wo sie stand! 

          Äquatortaufe auf dem Pooldeck. Aida Heute, unsere Bordzeitung kündigt sie bereits an. Ist man meeresfest und bereit, den Äquator zu überqueren? Der Meeresgott Neptun wird heute entscheiden, ob man in die Welt der Unterwasserwesen aufgenommen wird. 

          Denn bevor man den Äquator morgen, am 30.10. um circa 21:30 Uhr passiert, gilt es, einige Prüfungen zu bestehen. Hat man sich als würdig erwiesen, erhält man anschließend eine persönliche Urkunde mit Meeresnamen. Entsprechende Prüfungen werden heute ab 20 Uhr auf dem Pooldeck abgelegt.

          Augen und Ohren der AIDAcara

          In Vorbereitung auf unser nächstes Ziel Brasilien, nachfolgend einige Basisdaten zu Zahlen wie Fläche, Einwohnern, Alter, BIP etc. im Verhältnis zu Deutschland. Zum Vergrößern einfach auseinanderziehen.

          Zur Erinnerung: BIP= Bruttoinlandsprodukt, HDI= Human Development Index, ist ein Wohlstandsindikator der UN für Staaten, und berücksichtigt Bruttonationaleinkommen pro Kopf, Lebenserwartung, Dauer der Ausbildung u.v.a.m., je näher an 1, umso besser.


          Der heutige Vortrag im Theater von Klaus Kiesewetter handelt vom Seefahrer und Entdecker Christoph Kolumbus. Wie immer informativ und sehr unterhaltsam. 

          Jok des Tages: Der Seemann kommt nach langer Fahrt nach Hause. Sein Sohn sieht ihn und rennt erschrocken weg. „Du brauchst doch keine Angst vor mir zu haben – ich bin doch dein Vadder!“, meint der Seemann. „Jo, jo“, ruft der Kleine zurück, „das sagen sie alle!“



          —-!– Santiago/Praia —-!–

          Sa., 28. Okt, Tag 12 der Reise (Landg.)

          Spruch des Tages: Reise vor dem Sterben, sonst reisen Deine Erben

          Heute Nacht haben wir mit der AIDAcara erneut die Zeitzone gewechselt, diesmal in die Kapverden-Zeit. 


          Entsprechend hatte sich die Schiffs- und damit die Uhrzeit heute Nacht von 3 auf 2 Uhr geändert. Genau 3 Stunden weichen wir nun von Hamburg ab. In Sydney werden es 9 Stunden sein. Aber nicht mehr lange. Das Ende der Sommerzeit in Deutschland kommt heute Nacht.

          Auch heute Morgen wieder beim Einlaufen in den Hafen von Praia, fröhliche Begrüßung von einheimischen Sänger- und TänzerInnen.

          Ausflug in Praia, heute bei 32 °C, ja, Afrika lässt grüßen…

          • 15 min Fahrt mit dem Minibus in die Altstadt (Platô);
          • Spaziergang durch Praia entlang der Kirche Nossa Senhora de Graça, zum Präsidentenpalast und zum Obst- und Gemüsemarkt;
          • anschließend Weiterfahrt zur Festung Real de São Felipe, ca. 20 min Freizeit zur Besichtigung;
          • kurze Weiterfahrt nach Cidade Velha, insgesamt ca. 1h geführter Rundgang in der Hauptstadt mit Besichtigung der Kirche Nossa Senhora de Rosário und Spaziergang auf der Rua Banana,
          • nach etwas Freizeit zurück zum Schiff.

           Blick von oben in die Markthalle von Praia

          Jok des Tages: ,,Herr Kapitän“, fragt die ältere Dame während des Sturmes ängstlich, „wie weit sind wir denn hier überhaupt vom Land entfernt?“ ,,Nur etwa 150 Meter“, erwidert er lächelnd. „Das ist ja beruhigend“, sagt sie und atmet erleichtert auf. „Und in welche Richtung?“ „Nach unten“, entgegnet der Kapitän lakonisch.

          Hafeninfo: Praia auf der Insel Santiago ist mit 110.000 Einwohnern die Hauptstadt der Kapverdischen Inseln. Die Kapverden bestehen aus 15 Inseln, davon neun bewohnten, die im Zentralatlantik 460 Kilometer vor der westafrikanischen Küste liegen.

          Insel Sntiago, Hauptstadt Praia, AIDAcara

          Als größte Stadt ist Praia auch politisches und wirtschaftliches Zentrum des Landes. Praia liegt auf Santiago, der mit 991 Quadratkilometern größten und abwechslungsreichsten Insel des Archipels. Sie gehört zu den so genannten „Ilhas de Sotavento“, den südlichen Kapverdischen Inseln. Höchster Berg ist der Pico de Antonio (1.394 Meter).

           Präsidentenpalast Jorge Carlos Fonseca

          Santiago ist stark afrikanisch geprägt, denn einst war diese Insel Drehscheibe des weltweiten Sklavenhandels. Viele Einwohner haben deshalb afrikanische Vorfahren. Die Arbeitslosigkeit wird offiziell mit 15 % angegeben, Insider sagen, dass die Jugendarbeitslosigkeit weit über 40 % liegt. 

          Portugiesisch ist die Amts-, Verwaltungs- und Gerichtssprache auf den Inseln – und blieb es auch nach Erlangung der Unabhängigkeit von Portugal im Jahr 1975. Doch privat sprechen die Kapverdianer ausschließlich Criolo, ihre Muttersprache. 

          Kirche Nossa Senhora de Graça

          Auf den kapverdischen Inseln zahlt man mit dem Kap Verde Escudo (CVE). 1 Euro entspricht etwa 110 CVE. Der Euro wird jedoch zum Bezahlen allgemein gut akzeptiert.

          Jok des Tages: 

          Zwei Seeleute sollen die Höhe eines Mastes messen. Mühsam klettert der eine hinauf. Als er wieder unten ist, meint der andere: „Wir hätten den Mast umklappen sollen, dann hätte er sich leichter messen lassen.“ – „Trottel! Wir sollen doch nicht die Länge, sondern die Höhe messen!“

          Trommelde+Tanzende vor der Markthalle. 

          Trotz der offensichtlichen Armut sind die Menschen hier voller Lebensfreude. In den Industriestaaten hat man oft den gegenteiligen Eindruck.

          Auf der Hauswand die Erklärung des Freiheitskämpfers Amílcar Lopes Cabral (* 12. September 1924 in Bafatá, Portugiesisch-Guinea; † 20. Januar 1973 in Conakry, Guinea ermordet) einem guinea-bissauischer Politiker, Poet, Intellektueller, Theoretiker, Diplomat, Agrarwissenschaftler und Unabhängigkeitskämpfer.

          Den Text oben an der Hauswand habe ich wie folgt übersetzt: 

          Ich habe geschworen, mein Leben einzusetzen, all meine Energie, all meinen Mut, all die Kraft, die ich als Mann haben kann, sogar der Tag, an dem ich sterbe, im Dienste meines Volkes, in Guinea und auf den Kap Verden​. Soweit wie möglich der Sache der Menschen zu dienen, meinen Beitrag zu leisten für das Leben der Menschen, damit diese Welt ein besserer Ort werde. Das ist meine Aufgabe.“

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          Fr., 27. Okt, Tag 11 der Reise (Seetag)

          Spruch des Tages: Am Ende wird alles gut. Wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende. Oscar Wilde

          Heute Nacht wechseln wir mit der AIDAcara in eine weitere, andere Zeitzone, in die Ortszeit Afrika-WEZ.

          AIDAcara um 3 Uhr-Ortszeit Afrika-WEZ

          Entsprechend ändert sich Schiffs- und Uhrzeit heute Nacht von 3 auf 2 Uhr.

          Nachzutragen von gestern Abend aus dem Theater ist das Reisequiz.

          Reisequiz

          And the winner is“ Dieter. Leider nur ein Namensvetter von mir. Herzlichen Glückwunsch von dieser Stelle aus. Dieter, Du warst wirklich gut.

          Gekochte Eier am Frühstücksbuffet 

          Jok des Tages: Es sollen schon Beziehungen auseinandergegangen sein, weil morgens beim Frühstück die Eier nicht die richtige Konsistenz hatten. Eierkochen also ein Beziehungskiller? 

          Meine Samba-Schwester Gudrun bat mich darum, doch einmal im Blog über die stets gelungenen Frühstückseier auf der AIDAcara zu berichten. Sie erzählte mir, dass Eier unterschiedlich lange kochen müssten, um optimal zu werden. Hierauf hätte z.B. Einfluss, ob sie auf Höhe des Meeresspiegels oder im Gebirge gekocht würden.

          Wann Wasser kocht, hängt tatsächlich vom Luftdruck ab. Auf Höhe des Meeresspiegels sind dies 100 Grad. Der Mount Everest ist 8848 Meter hoch, und so ist dort bei etwa 70 Grad Celsius der Siedepunkt erreicht.

          Mount Everest, 8848 Meter hoch

          Dort würde es mit dem Eierkochen nicht mehr klappen. Das Dotter würde zwar irgendwann noch gerinnen, das umgebende Eiweiß aber nicht. Das bliebe glibberig. Denn Eigelb und Eiweiß stocken bei unterschiedlichen Temperaturen. 

          Mitarbeiter der AIDAcara spielen abends spät Basketball auf Deck 10. Eine für sie sicherlich wichtige Abwechslung.

          Um das Eigelb gerinnen zu lassen, reichen 62 Grad Celsius, für das Eiweiß jedoch sind 84,5 Grad Celsius nötig. An die aber kommt man auf dem Mount Everest in der Höhe nicht mehr heran, dafür ist der Luftdruck einfach niedrig.

          Jok des Tages: Und wie, bitte schön, retten wir nun unsere Beziehung? Zum Eierkochen niemals auf den Mount Everest klettern! 

          Im Theater in der Show „Der Weltenwandler“ ging es heute Abend auf eine einmalige Reise durch verschiedene Traumwelten, und mit dabei Fabel- und Fantasiefiguren in wunderschönen, aber auch fremdartigen Welten. 

          Alle Sänger, Artistin und das Tanzpaar sind in dieser schönen Geschichte zu sehen, live begleitet vom Pianisten Ladislav Farkas! Ein brillantes Abenteuer.

          Kostüme vom Feinsten



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          Do., 26. Okt, Tag 10 der Reise (Seetag)

          Spruch des Tages: Das schönste Geschenk ist gemeinsame Zeit. Denn niemand weiß, wieviel uns davon bleibt.

          Von gestern nachzutragen bleibt aus dem abendlichen Theaterprogramm, Gastkünstler Yoolio: Jonglage & Comedy vom Feinsten.

          Jongleur und Comedy Yoolio

          Heute morgen zeige ich, welche Lauf- und Sportmöglichkeiten auf AIDAcara genutzt werden. Auf dem Außendeck 6, eine knapp 400m lange Strecke rund um das Schiff. Man muss es nur erstmal durch die Tür geschafft haben. Der Wind drückt extrem von außen auf die Türfläche. Es bedarf hin und wieder äußerster Kraft, um sie öffnen.

          4 Läufer ziehen auf Deck 11 ihre Bahnen

          Viel frische, wenn hier vor Afrika auch warme Luft (8h ca. 22 Grad) in den frühen Morgenstunden, ist auf Deck 11 mit geschätzten 150 Metern im Angebot, z.B. im Programm „Walk a Mile – Laufen Sie eine Meile mit uns“. Später werden dort Sonnenliegen stehen.

          Und auf der anderen Seite zurück

          Jetzt noch einmal in die beiden Fitness-Bereiche auf Deck 9 schauen. Auf der einen Seite Laufbänder, Stepper, Fahrräder etc.. Hier herrscht bereits vor dem Frühstück reges Treiben.

          Fitness-Bereich Deck 9 mit Blick aufs Meer

          Auf der anderen Seite des großzügigen Bereiches Gymnastik, Jazzdance etc. unter fachkundiger Anleitung. Eher vor- und nachmittags frequentiert. 

          Gymnastik Jazzdance etc.

          Und natürlich eine große Batterie von Krafttrainingsgeräten im hinteren Teil des Centers gelegen. Auch auf der gegenüberliegenden Seite, hier nicht im Bild.

          Geräte zum Krafttraining

          Selbst ein Golfsimulator steht bereit. Dieser lässt vielfältige Trainingsmöglichkeiten zu. Verbessen des virtuellen Loch- und Schlagspiels, oder einfach Freunde am Märchen- oder Minigolf. 

          Golfsimulator Deck 9

          Bisher nicht erwähnt wurden Tanzkurs „Line Dance“ mit Clara, Dart mit Johannes, Shuffleboard mit Rayco, Tischtennisturnier und Boccia. 

          Gäste beim Shuffle Board auf Deck 10

          Schwimmtraining ist nicht dabei, ansonsten könnte uns auch das Folgende passieren.

          Jok des Tages: Hör zu, Mann, sagt der Schwimmlehrer zum Rekruten, der noch immer nicht schwimmen kann. „Wenn dein Schiff mal torpediert wird, springst du am besten über Bord, lässt dich absacken bis auf den Grund und rennst, so  schnell du kannst, an Land. Anders schaffst du’s nie!“



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          Mi., 25 Okt, Tag 9 der Reise (Seetag)

          Spruch des Tages: Wenn der Weg schön ist, lass uns nicht fragen, wohin er führt.

          Nächste Etappe 1.133,5 sm (2.099 km) bis Praia, Insel Santiago, neue Zeitzone UTC-1, Kapverde Zeit. Zunächst streift die AIDAcara aber die Kanarische Insel La Palma. Leider kein Zwischenstopp. Gran Canaria ist meine Lieblingsinsel. Kumuliert 2 Jahre haben meine Frau und ich dort gelebt und übrigens wohl auch für unseren Kapitän Jan Krüger, der Gran Canaria zu seiner Wahlheimat macht.

          Nur gut, dass wir die rd. 2100/km nicht rudern müssen! 

          Jeder Seetag stellt sich für mich automatisch auch als Tag mit einem Samba Batuca-Workshop dar. Ja, vielleicht lösen die Vibrationen der Sambatrommeln sogar Calx aus der Zelebral-Cortex (Kalk aus der Hirnrinde), oder wie Frank es formulieren würde, ungenutzte Synapsen werden wieder aktiviert. Also Rythmus-Training heute ab 16:30 bis 17:30 Uhr in der Anytime Bar. Mal sehen, ob ich die ganze Truppe hier  auf’s Bild bringe. Und hier ist sie, die „Brasilien  Samba Batteria“

          Brasilien Samba Batteria

          Zunächst aber noch ein anderer, seemännischer Aspekt des Reisens auf Wasser. Bei der Fortbewegung auf See spielen Meeresströmungen eine entscheidende Rolle. Dabei unterscheidet man solche, die von Wind, dem Salzgehalt und der Temperatur bestimmt werden von denen, die durch die Gezeiten entstehen. Ein Beispiel für die erstgenannte Form von Strömungen ist der Golfstrom.

          Cruiser abends in Funchal

          Wie ein großer Fluss führt er warmes Wasser, das er im Golf von Mexiko aufnimmt, durch die ansonsten kälteren Zonen des Atlantiks bis hin nach Nordeuropa – und sorgt damit für ein mildes Klima im Vergleich zu anderen Teilen der Welt auf demselben Breitengrad. 

          Jok des Tages: 

          Ein Mann geht am Ufer entlang und sieht einen schreienden Menschen im Wasser strampeln.  Was schreien Sie denn hier so laut rum? Ruft der aus dem Wasser: „Ich habe keinen Grund!“ „Ohne Grund müssen sie aber hier erst recht nicht so rumschreien!“

          Seine Geschwindigkeit beträgt 2 bis 3 Knoten, streckenweise auch bis zu 5 Knoten, immerhin rd. 9 km/h. Für Schiffe, die mit oder gegen die Strömung fahren, kann dies einen großen Einfluss in Bezug auf die benötigte Zeit und den Kraftstoffverbrauch haben. So bemerkten auch schon Seefahrer früherer Tage, dass die Strecke von Amerika nach Europa schneller zu bewältigen ist als in umgekehrter Richtung.

          Vortrag ab 11:00 Uhr im Theater von Premiumlektor Klaus Kiesewetter: Die wilden Wikinger unterwegs im Atlantik. Klaus tritt im orginal Wikinger-Outfit auf die Bühne und unterhält sein Publikum auf  unnachahmliche Art und Weise. Die Lacher hat er sofort auf seiner Seite.

          Aber nicht nur Sambarythmus- sondern auch erstklassige Malkurse werden angeboten, z.B. heute Nachmittag ein Brasilianischer Mal-Workshop mit Edutainer Anderson Farah in der Lambada Bar.

          Die Gruppe erarbeitet sich unter fachkundiger Anleitung die Basis eines vielleicht neuen Lebenstraumes. Malen, Lesen, Hören (Musik) sind die Fantasie öffnenden Ebenen. Beim Filmesehen nimmt die Regie vieles davon weg.



          —-!—-   Madeira   —-!—–

          Di., 24. Okt, Tag 8 der Reise (Landg.)

          Spruch des Tages: Nein, liebe Zuschauer, das ist keine Zeitlupe, der läuft wirklich so langsam. Werner Hänsch

          Liegezeit: 08:00–20:30h An Bord: 20h Vorhersage sonnig – leicht bewölkt, 20 °C

          Ausgangspunkt aller Ausflüge ist bisher immer das Theater, Deck 8. Dort sichtet der uns begleitende Reisescout alle Teilnehmer mit ihren Tickets. Vom Theater geht es gemeinsam zu den wartenden Bussen. Vor dem Verlassen des Schiffes wird unsere BordCard elektronisch eingelesen „Gast verlässt Schiff“. 

          Obwohl auf der Card selbst nicht zu sehen, speichert der CardChip ein Foto des Reisenden, welches auf dem Kontroll-Terminal sichtbar wird. Bei der Rückkehr vom Ausflug gleiches Procedere „Gast betritt Schiff“. Zusätzlich, ähnlich wie auf Flughäfen, eine komplette Sicherheitskontrolle aller mitgeführten Gegenstände, Durchgangsdetector etc..

          Die Atlantikinsel Madeira gehört zu Portugal. Auf einer Fläche von 794 km² (59 km lang und maximal 26 km breit) leben ca. 268.000 Menschen. Hauptstadt ist Funchal mit ca. 112.000 Einwohnern.

          Morgendlicher Empfang der AIDAcara und seiner Gäste von einer Folkloregruppe aus Funchal/Madeira mit Gesang und Tanz.

          Die Durchschnittstemperaturen liegen in den Wintermonaten bei 20 °C, wegen der geringen Schwankungen wird das Klima Madeiras auch „ewiger Frühling“ genannt, ab und zu regnet es, klart aber schnell wieder auf.


          Stadtansicht Funchal vom Schiff aus

          Madeira ist eine Provinz Portugals mit Sonderstatus, eigenen Abgeordneten im Lissabonner Parlament sowie Regionalparlament. Seit 1986 ist die Insel Mitglied der EU. Es wird Portugiesisch gesprochen und mit Euro bezahlt.

          Madeira, Funchal und AIDAcara

          Gut zu wissen, dass nur 5 Prozent der Inselfläche eben ist, alles andere ist Berg und Tal. Unser Ausflug startet und nicht weit vom Schiff entfernt, liegt die Markthalle (Mercado dos Lavradores), die bereits 1939 errichtet wurde.

          Mercado dos Lavradores

          Der Markt befindet sich in einem zweistöckigen Gebäude (nur teilweise überdacht). Neben den typischen Obst-, Fleisch-, Käse-, Gemüse- und Fisch-Ständen gibt es andere, an denen Kleidung, geflochtene Körbe und Blumen verkauft werden.

          Fischbereich der Markthalle

          Für den frischen Fisch gibt es eine separate Halle, in der man den nur hier und in Japan vorkommenden Schwarzen Degenfisch (Espada) bewundern kann.

          Nossa Senhora do Monte

          Auf unserem heutigen Ausflug besuchen wir die Kirche Nossa Senhora do Monte. Sie ist eine katholische Wallfahrtskirche in Monte auf Madeira und wurde ab 1741 erbaut. 

          Nossa Senhora do Monte Hauptaltar

          Da ein Erdbeben den fertiggestellten Neubau 1748 zerstörte, konnte die Kirche erst am 20. Dezember 1818 eingeweiht werden. 

          Unser Besuch im Botanische Garten (Jardim Botanico) von 1960 besticht durch seine Lage oberhalb von Funchal und seine Vielfalt an Pflanzen und Blumen. Diese wunderschöne Gartenanlage liegt etwa 300 Meter über dem Meeresspiegel. 

          Leberwurstbaum

          Unser hier geborener Reisescout war ein ausgesprochener Botanikfan. Der kannte und benannte jeden Halm unter der Sonne. Das beste aber war der sogenannte Leberwurstbaum. Auf die Frage ob es sich hierbei um Kalbs- oder Schweineleberwurst handelt, musste aber auch er passen.

          Lehrer: „Wie nennt man Lebewesen, die sowohl auf dem Lande als auch auf dem Wasser leben koennen ?“ „Matrosen, Herr Lehrer.“

          Im alten Herrenhaus befindet sich außerdem das Museum für Naturgeschichte mit einem Traumblick auf Funchal (übrigens übersetzt heißt das Fenchel, auch ein Produkt der Insel).

          Teilnehmer am Funchal-Besuch

          Jok des Tages: Zurückgekehrt zur AIDAcara, liegt uns der Koloss-Kreuzer „Mein Schiff“ gegenüber. Der Größenvergleich beider Schiffe lässt nur einen Schluss zu. AIDAcara ist das Rettungsboot für „Mein Schiff“, und davon bräuchte es mehrere unserer Größe. Rein gefühlsmäßig bleibe ich trotzdem lieber auf dem kleinen Kussmund Schiff

          „Mein Schiff“ am Nachbarkai durch mein Kabinenfenster fotografiert



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          Mo., 23. Okt, Tag 7 der Reise (Seetag)

          Spruch des Tages: Manche Dinge sind perfekt, andere müssen perfekt gemacht werden.

          Aktuelle Etappe 535 sm (991 km) bis Funchal, Madeira. Wetter sonnig und heiter. Ruhige See.

          So Freunde, „back to the roots“ und hin zum Samba Butaca-Workshop! Ich bin heute ein Mitglied einer „Samba Batteria“ geworden, also Mitglied einer Samba Schlagzeuggruppe mit dem Ziel, groofende Sambarhythmen zum Leben zu erwecken. Frank Vollet, unser Conductor vermittelt uns den Samba, den Herzschlag Brasiliens an jedem Seetag zwischen 16:30 und 17:30 Uhr. 

          Frank (l.) im Gespräch

          Jedes, der im nachfolgenden Bild zu sehenden Instrumente, hat seinen eigenen, portugiesischen Namen und seinen ureigenen Klang. Bisher alleine „trommeln“ im Leben war man ja gewohnt. Ich sage Euch, in der Gruppe macht es vielmehr Spaß.

          div. Samba Schlagzeuge

          • Repenique, Conductor Instrument
          • Surdo, Basstrommel
          • Caixa, eine Snaredrumm
          • Agogo, eine doppelte Kuhglocke
          • Chocalho, ein Shaker
          • Tambourine
          • u.a.m.

          Jetzt wollt Ihr wissen, welches Instrument ich spiele?  O.K., ich mache den Grundrythmus, wo jeder mit muss.

          Rio, wir kommen! 

          Am letzten Seetag habe ich über einige Räumlichkeiten auf der AIDAcara berichtet, heute schaun wir uns mal den zeitlichen Ablauf eines normalen Seetages an. Täglich gibt es, immer am Abend zuvor, eine Art Bordzeitung als Flyer, hier „Aida heute“ mit den Aktivitäten des kommenden Tages.

          Auszug von Aida heute

          Es enthält Zeiten von Restaurants, Veranstaltungen und Ausflügen, Kommentare zum kommenden Tag, Wetterbericht, Telefonnummern an Bord, allgemeine und ablauftechnisch wichtige Hinweise, u.v.a.m.. Am Beispiel von heute, Montag, den 23.10.2017 sieht man neben den Zeiten der Restaurants weitere Infos.

          Frühstück z.B. 07:30-10:00, Mittagessen 12:30–14:00, Kaffee & Kuchen 15:00–16:00, Abendessen 12:30–14:00 

          Beispiel Ankündigungen: „Sind Sie ein Bryan Adams Fan? Dann werden Sie unser neues Showformat lieben! Dazu präsentieren unsere Solisten den Künstler auf eine völlig neue Art. Sie singen mit einer großen Band auf der Bühne und plaudern mit dem Moderator über dessen aufregendes Leben. 


          Die kombinierte Film und Gesangsshow vom gleichen Abend 

          Schauen Sie beim Auftritt der Band einmal ganz genau hin: Die Musiker erscheinen dank modernster Showtechnik auf der Bühne und treten mit den Sängern in Interaktion, sind aber physisch gar nicht anwesend. Sie dürfen gespannt sein – heute ab 21:15 Uhr im Theater!“

          Jok des Tages: Der Kapitän hört, wie ein Matrose zu einem anderen sagt, daß er den Fußboden schrubben soll. Darauf brüllt der Kapitän los: „Wir sind hier auf einem Schiff, und hier heißt das nicht Fußboden sondern Deck, und wenn ihr euch das nicht endlich mal merkt, dann werf‘ ich euch durch das kleine, runde Fenster da hinten!“ 

          Beispiel Seefahrt-Infos: „Schon seit Beginn der Seefahrerzeit entwickelte sich an Bord eine eigene seemännische Sprache, die noch heute verwendet wird. Da Schiffsbesatzungen meist international waren, prägten zum Beispiel Niederländisch, Plattdeutsch und Englisch dieses Vokabular.

          Strelizie, die Blume von Madeira 

          Die Seemannssprache hat ihren Ursprung vor allem im Bedürfnis nach Sicherheit. Um mehrdeutige Bezeichnungen zu vermeiden war es zum Beispiel notwendig, nicht einfach von einem „Seil“ zu sprechen, sondern es nach Funktion und Art genauer zu bezeichnen: „Leinen“, „Tampen“, „Festmacherleinen“ und „Drähten“. 

          Natürlich wird auch auf der AIDA eine seemännische Sprache gepflegt. Außer Back- und Steuerbord fällt oft der Begriff „Achtern“. Das bedeutet auf einem Schiff: ganz hinten.“

          Jok des Tages: Brüllt der Kapitän den Matrosen im Ausguck an: Schrei nicht dauernd „Land in Sicht!“ solange wir noch im Hafen liegen!

          Beispiel Veranstaltungen/Vorträge heute

          • Salsa für Einsteiger mit Ihrer Tanzlehrerin Clara,
          • Premiumlektor Klaus Kiesewetter über die Blumeninsel Madeira,
          • Frank Vollet: Samba, der Herzschlag Brasilien,
          • Ausflugstipps für Madeira,
          • Live-Malen mit dem brasilianischen Künstler Anderson,
          • Walk a Mile – Laufen Sie eine Meile mit uns, Ebene Anytime Bar
          • Kochschule 3-Gang, Selection Restaurant
          • Shuffleboard mit Ihrem Gastgeber Rayco
          • Vortrag: Stoffwechselaktivierung im Schlaf,
          • Workshop: Flechtfrisuren,
          • Reisequiz Madeira mit Ihren Gkastgebern & Ihren Scouts,
          • Dart mit Ihrem Gastgeber Johannes,
          • AIDA Boccia mit Ihrer Gastgeberin Clara
          • Signierstunde mit Feliks Büttner Kunstgalerie,
          • und anderes mehr

          Hier sollte für jeden Gast etwas dabei sein.

          Klaus Kiesewetter beim Madeira-Vortrag